Wie aus einer persönlichen Herausforderung GeMeinSam wurde



Eine Mutter. Eine Vision. Eine Herzensangelegenheit.
Schon am ersten Tag seines Lebens war klar, dass Fares besondere Herausforderungen meistern müssen würde. Nach seiner Geburt musste er künstlich beatmet werden und hatte starke Anpassungsschwierigkeiten. Ich wusste, dass unser gemeinsamer Weg nicht einfach werden würde. Was ich damals jedoch nicht ahnte: Nicht nur die Herausforderungen, die Fares mit sich brachte, würden uns fordern – auch der Umgang unserer Umwelt und mancher verantwortlicher Stellen sollte uns viel Kraft abverlangen.
Die Diagnose und der Weg dorthin haben uns als Familie viel abverlangt. Autismus und ADHS lassen sich nicht einfach durch ein Blutbild oder einen Ultraschall feststellen. Es braucht Zeit, intensive Beobachtung und sorgfältige Untersuchungen. Wir hatten das Glück, ein gutes Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) zu finden, in dem Fares und seine individuellen Bedürfnisse ernst genommen wurden. Das gesamte Team hat gemeinsam mit uns intensiv daran gearbeitet, Fares besser zu verstehen und ihn bestmöglich zu unterstützen.
Als wir Fares zum ersten Mal im SPZ in Gerresheim vorstellten, war er ein sehr zartes Kind, das nicht sprach, Nahrung verweigerte, häufig im Kreis lief und sich mit den Händen ins Gesicht schlug. Manchmal gelang es uns, mit seiner Feuerwehrfigur für einen kurzen Moment seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Es schien, als wäre Fares weit entfernt von der Welt um ihn herum. Gleichzeitig wurde uns immer wieder bewusst, wie sehr er seine Familie als Rückhalt und Unterstützung brauchte.
Als wir endlich die Diagnose in den Händen hielten und die behördlichen Hürden überwunden hatten, machten wir uns auf die Suche nach einer Organisation, die uns mit einer Inklusionshilfe unterstützen konnte. Wir wünschten uns, dass Fares den Kindergartenalltag leichter bewältigen und bestmöglich am gemeinsamen Leben teilnehmen kann. Und genau hier beginnt die Geschichte von GeMeinSam.

Aus eigener Erfahrung für andere Familien

Mein Name ist Melanie Strobel-Hassan. Ich bin die Mutter von Fares und Mayla und sehe GeMeinSam als Anwalt der Kinder. Es ist meine Herzensangelegenheit, mich dafür einzusetzen, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen die Unterstützung erhalten, die sie brauchen – und einen guten Start ins Leben bekommen.

Ich bin gelernte Hotelkauffrau und habe in 15 Jahren auf drei Kontinenten in insgesamt sechs Ländern gelebt. Dabei durfte ich vielfältige Erfahrungen sammeln und unterschiedliche Kulturen kennenlernen. Gleichzeitig habe ich eine starke Familie an meiner Seite, die mir in jeder Situation den Rücken stärkt und mich immer wieder erdet.

Zuletzt war ich als Unternehmensberaterin für eine amerikanische Hotelkette tätig. Vorausschauendes Denken, strategisches Handeln und der Blick für unterschiedliche Bedürfnisse haben meine berufliche Laufbahn geprägt. Diese Erfahrungen bringe ich heute bei GeMeinSam ein.

Doch was mich am stärksten antreibt, ist meine eigene Geschichte als Mutter. Ich weiß, wie herausfordernd es sein kann, passende Unterstützung zu finden, Hürden zu überwinden und für das eigene Kind einzustehen.

Mit GeMeinSam möchte ich dazu beitragen, dass Familien sich nicht allein fühlen und Kinder die Chance bekommen, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln, dazuzugehören und ihre Welt, in ihrem eigenem Tempo entdecken.
Denn jedes Kind verdient es, gesehen, verstanden und begleitet zu werden.


Von einer spontanen Idee zu einer gemeinsamen Vision
Wie aus einem Cappuccino eine Erfolgsgeschichte wurde
Mein Name ist Susanna Grön. Ich bin gelernte Steuerfachwirtin, glücklich verheiratet und Mutter von zwei wundervollen Töchtern. Bei GeMeinSam bin ich für den Bereich Accounting & Finance verantwortlich. Doch meine Geschichte bei GeMeinSam begann nicht mit Zahlen, Bilanzen oder einem Businessplan – sondern mit einer Facebook-Stellenanzeige, zwei Cappuccinos und einer Idee, die alles verändern sollte.
Der Anfang unserer gemeinsamen Geschichte

Am 11. September 2018 entdeckte ich eine Facebook-Stellenanzeige. Melanie Hassan suchte eine Aushilfe für die Buchhaltung ihres Eltern-Kind-Cafés. Kurz darauf saßen wir uns bereits bei einem Vorstellungsgespräch gegenüber und lernten uns kennen.

Nach dem zweiten Cappuccino waren wir schon mitten in einem vertrauten Gespräch. Es passte einfach auf Anhieb!
Melanie erzählte mir von ihrem Sohn Fares, von den Herausforderungen, eine passende Inklusionshilfe für ihn zu finden, und davon, wie mühsam es sein konnte, bei den zuständigen Ämtern Unterstützung zu bekommen. Ihre Erzählungen haben mich bewegt – und gleichzeitig begann es in meinem Kopf zu arbeiten.

„Hey, lass uns doch ein Unternehmen gründen, das Inklusionshelferinnen und Inklusionshelfer einstellt und Eltern bei der Suche nach Unterstützung zur Seite steht!“
Melanie musste lachen und fragte: „Ja klar – wie sollen wir das denn umsetzen?!“
Nach etwa fünf Minuten Nachdenken kam ihre Antwort: „Gut! Gemeinsam schaffen wir das!“
Und genau so fing alles an.

Aus einer Idee wurde GeMeinSam

Was damals ganz klein in einem Hinterzimmer eines Cafés begann, nahm schneller Fahrt auf, als wir es uns zunächst hätten vorstellen können. Unser Ansatz, die Herausforderungen von Familien nicht nur aus organisatorischer Sicht, sondern vor allem aus der Perspektive betroffener Eltern zu betrachten, schien bei vielen Menschen auf offene Ohren zu stoßen.
Wir wollten nicht einfach nur Inklusionshilfen vermitteln. Wir wollten etwas schaffen, das Familien wirklich unterstützt, Kindern neue Möglichkeiten eröffnet und Eltern das Gefühl gibt, mit ihren Sorgen und Fragen nicht allein zu sein.

Am 1. April 2019 war es schließlich so weit: Unsere gemeinsame Idee wurde Realität. Im April startete die erste Inklusionshelferin. Bereits im Mai waren es fünf Mitarbeitende, und im Dezember 2019 gehörten schon 25 Mitarbeitende zu unserem Team.
Aus einer spontanen Idee war eine Aufgabe geworden, die uns bis heute verbindet und antreibt.

Mit Herz und Verantwortung für unsere gemeinsame Sache

Heute bringe ich meine fachliche Erfahrung als Steuerfachwirtin in den Bereichen Accounting & Finance ein. Mir ist wichtig, dass die finanziellen und organisatorischen Grundlagen stimmen, damit wir uns auf das konzentrieren können, worum es bei GeMeinSam im Kern geht: Kinder und junge Menschen mit besonderen Herausforderungen sowie ihre Familien bestmöglich zu unterstützen.
Wenn ich an unsere Anfänge zurückdenke, bin ich immer wieder beeindruckt davon, was aus einem einzigen Gespräch entstehen kann. Manchmal braucht es keinen ausgefeilten Plan, sondern Menschen, die einander zuhören, eine Idee ernst nehmen und den Mut haben, gemeinsam loszugehen.

Für mich ist GeMeinSam genau das: eine gemeinsame Vision, die aus einer persönlichen Begegnung entstanden ist und bis heute von Zusammenhalt, Engagement und dem Wunsch getragen wird, etwas zu bewegen.

Denn manchmal beginnt etwas Großes mit einem einfachen Gedanken: Gemeinsam schaffen wir das.
GeMeinSam – gemeinsam mehr möglich machen.





 


 
 
 
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